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002 – Eigenleistungen

Eigenleistungen am Bau

Eigenleistungen

Die heutige Folge befasst sich mit dem Thema EIGENLEISTUNGEN – ein Thema das oft angesprochen wird. Zu den Eigenleistungen kann man eigentlich nur drei verschiedene Standpunkte haben. Welcher zu dir passt und was jeweils die Vor- und Nachteile sind werde ich dir aufzeigen.

 

– Lass uns starten-

 

Wir sind Bauherren, oder wollen es werden – müssen wir dann auch Handwerker sein? An dieser Stelle möchte ich dir konkret drei Typen aufzeigen, die es gibt und du kannst ja dann selber schauen zu welchem dieser drei Typen du gehörst und was für dich sich jeweils lohnt.

 

TYP1 – der Businessman

 

Er ist viel beschäftigt, er ist Selbstständig, Unternehmer oder angestellt und hat eine Führungsposition oder eine Leitende Rolle im Unternehmen. Sein Arbeitspensum ist hoch und er ist auch oft auf Geschäftlich unterwegs. Die Arbeitswoche hat gerne mal mindestens 60 Stunden, aber sein Verdienst ist dann auch entsprechend überdurchschnittlich. Er ist auch vielleicht mit einer Provision beteiligt, sodass sein Gehalt in der direkten Verbindung mit dem Arbeitspensum steht.

Lohnt es sich für diesen Typ, nach einem 10 oder 12 Stunden Arbeitstag nach Hause zu kommen, sich umzuziehen und dann noch irgendwelche Wände zu Pinseln? Ein klares NEIN!

Wenn du also mehr verdienst, als dich der Handwerker kosten würde, dann arbeite doch, die Zeit die du auf der Baustelle verbringen würdest, länger im Büro. Du würdest dadurch mehr Geld verdienen und eventuell von einem Bonus profitieren. Parallel dazu führt ein Profi die Arbeiten auf der Baustelle aus. Du machst das was du gut kannst und ein guter Handwerker macht seine Arbeit auf deiner Baustelle.

Die Materialkosten hast du immer, egal ob du das machst oder der Handwerker. Der Handwerker hat sogar ein Vorteil dir gegenüber, den er kann das Material günstiger einkaufen.

Wenn du Selbstständig oder Unternehmer bist, dann brauchen wir gar nicht weiter darüber nachzudenken, es macht einfach kein Sinn, dass du auf deiner Baustelle dich abrackerst und dein Unternehmen vernachlässigst. Es ist für dich dann auf jeden Fall viel Besser, wenn du deine Zeit und deine Energie in dein Unternehmen steckst, damit es weiterhin mehr Gewinn erwirtschaften kann, wodurch du profitierst. Du sollst dich lieber darauf konzentrieren, was du sehr gut kannst und dein Unternehmen gehört sicher dazu!

Wenn du aber unbedingt was machen willst, dann kannst du ja zum Schluss den Umzug selber organisieren, Möbel aufbauen oder ähnliches. Damit hast du dann auch genug Arbeit an der Backe. Die Küche würde ich dir empfehlen machen zu lassen und die restlichen Möbel kannst du ja dann selber aufbauen. Das macht dir dann vielleicht mehr Spaß und du hast da bereits Erfahrung damit, sodass du die Arbeit auch besser abschätzen kannst.

Das Beste an der Arbeit ist, dass du das Ergebnis gleich siehst. Es gibt so viele Arbeiten an den man tagelang am Werkeln ist und man sieht das Ergebnis einfach nicht, weil es dann hinter einer Verblendung verschwindet. Bei Möbeln hingegen hast du gleich ein Feedback und siehst am Abend dann dein Ergebnis – oder eben auch nicht…wie Manns nimmt.

 

TYP 2 – der Angestellte

 

Der Angestellte hat ein guten Job, verdient nicht so viel wie der Businessman, aber dennoch genug. Der Typ 2 ist zudem noch handwerklich begabt, hat ein Akkuschrauber zuhause und kann damit auch umgehen.

Wenn du der Typ 2 bist, dann kommen die Eigenleistungen für dich teilweise in Frage. Teilweise deswegen, da die Eigenleistungen immer mit den ausführenden Firmen abgeklärt werden müssen. Die Firmen müssen in der Zeit eine andere Baustelle bearbeiten und können nicht am Stück bei dir auf der Baustelle sein. Dadurch verzögert sich der Bauablauf natürlich und es kann dann sein, dass das ein oder andere Gewerk besser, schneller und günstiger am Stück arbeiten kann. Die eigengeleistete Arbeit muss auf jeden Fall individuell betrachtet werden.

Bei einem Satteldachhaus kann man beispielsweise die Zwischensparrendämmung (falls vorhanden) sehr gut selbst ausführen. Hier sind die Materialkosten gering, die Lohnkosten für die Handwerker jedoch relativ hoch weil die Arbeit doch Zeit in Anspruch nimmt. So kann man diesen Punkt aber abklären und schauen ob es in den Bauablaufszeitplan passt wenn man für die Zwischensparrendämmung etwas länger braucht.

Weitere Arbeiten, die man gut machen kann ist die Wanddämmung verlegen, wenn man keine verputzte Fassade hat, sondern eine hinterlüftete. Weiterhin kann man im Innenausbau die Tapeten anbringen, wenn man überhaupt welche braucht. Ich würde dir empfehlen die Wände zu streichen. Tapeten bringt man heutzutage nicht mehr an. Da kann man sich ein Arbeitsschritt sparen, da man die Tapeten anbringen muss und dann auch noch streichen. Wenn einem das Streichen liegt kann man auch die Decke und die Wände streichen. Das macht durchaus Sinn, aber wirklich nur wenn es einem liegt. Ich kenn ein paar Leute, die können es einfach nicht. Man sieht es einfach. Was man im Einzelfall anschauen kann ist, ob du dir es zutrauen kannst die Innentüren einzubauen, es ist relativ einfach wenn man weiß wie es geht und wenn man es schon mal gemacht hat. Wenn man da keine Erfahrung mit hat, so kann man mit dem Keller starten, falls vorhanden. Und wenn man dann im Wohnbereich angekommen ist, dann hat man schon genug Erfahrung um die Türen vernünftig einzubauen.

 

 

TYP 3 – der Handwerker

 

Der Typ drei ist ein Angestellter, der nicht in einer führenden Position ist. Er ist in einem ordentlichen Angestelltenverhältnis und hat eine 40 Stundenwoche. Im Idealfall hat Typ 3 eine handwerkliche Ausbildung oder arbeitet in einem Handwerksbetrieb. Er kann auch vielleicht gewisses Fachwerkzeug abends mit nach Hause nehmen. Da kann man mit dem Chef darüber reden und was zahlen dafür. Aber meistens ist das in Ordnung und man kann das Werkzeug auch privat nutzen.

Ist er aber nicht in einem Handwerkerbetrieb, so ist er aber sehr handwerklich begabt und hat bereits viel Erfahrung mit dem Handwerken.

Dieser Typ wird also auch abends nicht zu müde zum Handwerken, denn er tankt damit Energie auf, weil es sein Hobby ist. Bei dieser Tätigkeit verfliegt die Zeit wie im Flug und der Handwerker geht voll auf.

Solche Typen können ganz, ganz viel machen in eigenregie, haben Spaß dabei und sparen auch noch Geld ein. Das ist eine win-win Situation, bei der es sich lohnt mehr Zeit für die Baustelle einzuplanen. Man baut dann nicht mehr ein dreiviertel Jahr, sondern anderthalb Jahre, aber man hat dadurch auch große Einsparungen.

Wie so oft zählt es auch beim Hausbau: Zeit ist Geld. Entweder man hat viel Zeit und kann den ganzen Prozess auseinanderziehen und spart dadurch Geld oder man hat eben Zeitdruck und muss das ganze schnell über die Bühne bringen, was dann teurer sein wird.

Der wichtigste Faktor für diesen Typen ist es, dass es ein Hobby ist. Da fällt es einem dann leichter diesen Weg zu gehen. Sicherlich gibt es immer wieder auch ein paar Tage wo die Motivation dann im Keller ist. Da muss man die Ziele ganz klar vor dem Auge haben und durchbeißen.

 

Welche Arbeiten kann Typ 3 nun selber machen?

Also den Aushub und den Rohbau würde ich machen lassen, außer der Typ 3 ist ein Rohbauer, dann natürlich Vollgas. Wenn das aber nicht der Fall ist, dann kann man auch mit dem Rohbauer sprechen ob es nicht möglich wäre ihm ein wenig unter die Arme zu greifen. Die Rohbauer müssen dann die letzte halbe Stunde nicht aufräumen, alles zusammenkehren usw. – das übernimmt der Bauherr beispielsweise. Dadurch ist er abends täglich draußen, sieht den Baufortschritt, sieht auch wie gearbeitet wird und lernt vor allem das Haus besser kennen. Es macht nämlich einen enormen Unterschied ob man sich das Haus einfach nur 5 Minuten anschaut abends, oder ob man dort eine halbe Stunde verbringt und das Haus auch richtig kennt danach. Man kann dann auch mit den Handwerksfirmen oder auch mit dem Architekten die Sachen immer vor Ort besprechen und die Baubeteiligten wissen dann, dass Sie den Bauherren immer um die Uhrzeit auffinden können.

Wenn man von einem Satteldachhaus ausgeht und der Dachstuhl steht kann man es sich überlegen ob man das Dach decken kann. Wenn man Typ 3 ist, dann kennt man auch weitere Leute die aus dem gleichen Holz geschnitzt sind. Wenn dann ein Dachdecker dabei ist, dann kann man bereits ganz gut zu zweit das Dach eindecken. Ist das Dach dann auch einmal dicht, dann kann sich der Typ 3 mal so richtig austoben.

Es können die Fenster eingesetzt werden, das ist für den Typ 3 kein Problem. Die großen, schweren 2m breiten Terassenschiebetüren kann man noch machen lassen, aber die anderen gehen schon. Die Hauseingangstür würde ich auch machen lassen, vor allem wenn da noch Technik mit dran hängt und auch um den Einbruchschutz gewährleistet zu bekommen.

Wenn die Innenwände als Gipskartonwände (GK-Wände) geplant sind, dann kann man diese auch stellen. Metallständer ausrichten, mit Mineralwolle ausfüllen und mit GK-Platten verkleiden. Anschließend die Stöße und die Schrauben spachteln und schleifen. Alles machbar.

Die Innentüren einbauen wird dann ein Kinderspiel. Man kann auch den Estrich vorbereiten, indem man die Trittschalldämmung auslegt. Bei einer Bodenheizung kann man auch die Schleifen legen, wobei einer vom Fach die Anschlüsse machen sollte. Den Randstreifen für den Schwimmestrich kann man verlegen.

Bei den Sanitärarbeiten kann man ja die Spülkästen vorbereiten, die Sanitärobjekte setzen, die Brausen montieren.

Fliesenarbeiten sollte man nicht unterschätzen, aber wenn man da bereits Erfahrung damit hat, dann ist es kein Problem. Die Großformatfliesen sind aber auch nicht ganz so einfach zu verlegen mit ein wenig Geschick klappt das aber schon.

Malerarbeiten kann man auf jeden Fall machen. Die Decken kann man spachteln, schleifen und streichen.

Bei einem Satteldach kann man die Zwischensparrendämmung verlegen und dann mit GK-Platten beplanken.

Natürlich auch die Bodenbelagsarbeiten: ein Fertigparkett kann man sehr gut selber verlegen. Wenn es ein Parkett ist, den man auch abschleifen und versiegeln muss, dann würde ich es machen lassen. Aber einfache Verlegearten vom Parkett kann sehr gut selber machen. Auch wenn ich kein Laminat empfehle, kann man das Laminat auch selber verlegen.

 

 

Fazit

Man sieht also die Frage kann man nicht pauschal beantworten, es kommt immer auf die Person an. Dem einen würde es passen bei einem anderen würde ich raten die Finger davon zu lassen. Schau dir einfach die Typen an. Zu wem tendierst du eher? Oder denkst du, du bist ein Typ der hier fehlt, dann schreib mir doch bitte: info@bauherr-werden.de.

 

 

Ich wünsche dir noch viel Erfolg bei deinem Projekt Eigenheim und immer daran denken, um Bauherr zu werden, schau rein bei bauherr-werden.

 

Dein Maxim

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