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138 – Strom selbst produzieren – lohnt sich das?

In der heutigen Folge möchte ich mal über das Thema der Photovoltaikanlage sprechen.

Diese beschäftigt uns immer stärker, da jeder Neubau eine bekommt und auch bei der Sanierung kein Weg mehr daran vorbeiführt eine Photovoltaikanlage einzusetzen.

Die Frage, die man sich dabei gern mal stellt: Ist das überhaupt sinnvoll? Und was gilt es dabei zu beachten?

Was ist eigentlich eine Photovoltaikanlage? Und worin besteht der Unterschied zur Solarthermie?

Umgangssprachlich passiert es tatsächlich sehr oft, dass Solarthermie und Photovoltaikanlagen synonym verwendet werden. Doch darin besteht ein Unterschied.

Zwar sind beides Module, die auf dem Dach angebracht werden und ebenfalls profitieren beide von der Sonne.
Der Unterschied liegt darin, dass die Photovoltaikanlage (PV) aus dem Sonnenlicht Strom erzeugt, wohin gegen die Solarthermie (Solar) aus dem Sonnenlicht Wärme erzeugen.

Auf den ersten Blick sind sie augenscheinlich nicht voneinander zu unterscheiden. Zwar sind Größe und Struktur nicht identisch, als Laie jedoch schwer auseinander zu halten. Meist erkennt man es an der Leitungszuführung. Darüberhinaus ist es auch gar nicht mehr untypisch, dass man beide Modularten auf einem Dach vorfindet. Meist ist es so angelegt, dass die größere Fläche auf dem Dach der Stromversorgung dient, und die kleinere Fläche für die Wärmererzeugung angebracht wurde.

Mittlerweile ist der Einsatz von Solarthermie jedoch stark rückläufig, weil es nur noch bei bestimmten Konstellationen Sinn macht. Durch die Stromerzeugung lässt sich die Energie gut speichern und durch beispielsweise eine Wärmepumpe auch in Wärme umwandeln.

Macht es wirklich Sinn, die Photovoltaikanlage bei einem Neubau auf dem Dach anzubringen?

Es gibt unterschiedliche Module, die zwischen 350 – 400 Watt pro Modul erzeugen.

Schauen wir uns einmal folgende Beispiele an:

  • Wenn wir auf eine Dachfläche 20 Module anbringt, die je 400 Watt erzeugen, dann ergibt das  8.000 Watt. Schlussendlich haben wir somit eine 8 kW-Peak-Anlage.
  • Wenn wir auf eine Dachfläche 30 Module à 375 Watt anbringen, dann haben wir einen Peak von 11,25 kW.

Was gibt es hierbei nun zu beachten?

Der Strom, den wir auf dem Dach produzieren, wird in folgender Reihenfolge verwendet

  1. Das Haus wird versorgt
  2. Die Batterie wird geladen
  3. Der Überschuss wird in das Netz eingespeist (Vergütet mit ca. 7 Cent/kWh)

Was auf den ersten Blick unfair erscheinen mag: Zwar kaufen wir den Strom für bis zu 30 Cent ein und bekommen für unseren produzierten Strom nur eine deutlich geringere Vergütung. Zur Einführung der PV-Anlage waren die Vergütungen deutlich höher, womit diese Anlagen (die ebenfalls deutlich teurer waren, als es heute der Fall ist) gefördert wurden.

Die Batterie ist Abhängig von der Größe der Anlage. Habe ich einen Anlagen-Peak von 12 kW, liegt die Größe der Batterie bei ca. 8-11 kW Pufferspeicher.

Die Frage, die man sich in dem Zusammenhang stellen sollte: Möchte ich mit dem Strom auch heizen? Mit einer Wärmepumpe ist der Stromverbrauch natürlich höher, als ohne.

Der Ausschlaggebende Punk, der für eine Photovoltaikanlage spricht, sind nicht die ca. 7 Cent, die wir für die Einspeisung bekommen.

Aus genau diesem Grund haben wir die mittlerweile auch schon sehr guten Pufferspeicher. Je mehr Stromverbrauch wir also haben, desto mehr macht die PV-Anlage für uns.

Dazu müssen wir natürlich auch wissen, dass es sein kann, das die PV-Anlage auf beispielsweise 70% gedrosselt wird und somit nicht mehr die volle Leistung abgeben kann. Das passiert vorrangig im Sommer, da es sonst einen sehr großen Stromüberschuss gäbe.

Bedeutet das jetzt für mich, dass ich meine technischen Geräte im Dauermodus benutzen sollte?

Natürlich sollten wir nicht anfangen unseren Strom sinnlos zu verbrauchen. Wenn wir ihn intelligent verbrauchen, dann haben wir uns etwas geschaffen, was nicht nur gut für die Umwelt und das Klima ist, sondern je mehr wir intelligent verbrauchen, umso mehr schauen wir auf den Geldbeutel.

Aber was bedeute es nun ‚intelligent zu verbrauchen‘?

Wenn man mit dem Gedanken spielt, sich ein E-Auto anzuschaffen – oder bereits eins hat – macht das mit einer PV-Anlage umso mehr Sinn.

Die perfekte Kombination ist es

  • das Dach maximal mit PV-Modulen zu belegen,
  • einen Pufferspeicher zu haben,
  • eine Wärmepumpe zu haben, die mit der PV-super funktioniert,
  • eine Wallbox zu haben (aktuell gibt es noch eine Förderung von 900€/Ladebox, die bereits vorab vom Bauherren selbst beantragt werden kann),
  • und ein E-Auto zu besitzen,
  • ggf. sogar einen E-Scooter zu besitzen.

Ein Argument gegen das E-Auto ist, dass die Notwendigkeit des Ladens meist abends besteht, wo keine Sonne mehr scheint.
Im Sommer ist dies nicht unbedingt der Fall, da die Sonne noch bis in die Abendstunden hinein scheint. Außerhalb dieser Zeit hat man auch das Wochenende zur Verfügung wo es auch morgens oder abends vielleicht etwas länger geladen werden kann, als unter der Woche.

Wenn ich mich daran gewöhne, dass ich das Auto grundsätzlich an den Strom stecke, wenn ich nach Hause komme und auch die Konfiguration so eingestellt habe, dass ich nur den Stromüberschuss lade, habe ich das Auto eigentlich immer gut geladen.

So können wir die Einspeisung ins Netz verschieben, denn:

  • Zuerst wird das gesamte Haus mit Strom versorgt.
  • Die Wallbox kann durch den Wechselrichter so gespeist werden, dass sie den Überschuss aus der Versorgung des Hauses bekommt.
  • Damit wird dann wird das Auto geladen.
  • Und erst dann geht der Überschuss ins Netz.

Das Schöne ist: Das E-Auto hat ca. 50 kW. Also haben wir 10 kW für die Batterie, 50 kW im Auto als Pufferspeicher. D.h. wir haben 60 kWh, die wir abpuffern können.
Von April/Mai bis September/Oktober können wir unser Auto komplett kostenlos mit unserem selbst produzierten Strom laden und das Auto somit nahezu kostenfrei fahren.

Ist ein E-Auto keine Option, dann ist das Thema natürlich etwas anders zu betrachten. Aber mit E-Auto ist es nahezu ein Muss.

Der hohe Eigenbedarf erspart mir somit die ca. 30 Cent, die ich für den Strom vom Anbieter zahlen würde, bzw. die hohen Benzinpreise von z.T. über 2€, wie es derzeit Ende Oktober ’21 mitunter der Fall ist.

Die perfekte Ausrichtung

Die Ost-West Ausrichtung des Daches ist für eine PV-Anlage optimal, da wir sowohl die aufgehende, als auch die späte Sonne mitnehmen können.

Bei einer reinen Süd-Ausrichtung ist die Ausnutzung der Sonnenenergie eher kürzer, da sie hauptsächlich die Mittagssonne abdeckt.

Und wenn ich doch Strom einspeise, so kann sie mir dennoch vielleicht 500€-100€ im Jahr (je nach Anlage und Verbrauch kann es natürlich zu unterschiedlichen Beträgen kommen) einbringen, was natürlich auch interessant sein kann.


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